| Azabache - Gagat - Jett
Azabache (dts. Gagat, engl. Jett) ist in Asturien aus einer Baumart entstanden, die vor etwa 200 bis 65 Millionen Jahren ein weites Verbreitungsgebiet hatte. Es handelt sich um versteinerte und brillant glänzende Kohle. Der Entstehungsprozess des Azabache ist noch weitgehend ungeklärt. Aus einem einzigen Baumstamm mit einer Länge von 10 bis 20 Metern hat sich im Laufe der Jahrmillionen zum Teil Kohle und zum Teil Azabache entwickelt.
In seiner besten Qualität findet man Azabache in der Nähe von Villaviciosa am Fuße der Sierra del Sueve in Asturien. Hier fanden sich die weltweit größten Abbaugebiete. Heute sind die Azabacheminen in Asturien weitgehend geschlossen, da die Nachfrage nach diesem Mineral nicht so groß ist, dass sich der Abbau noch lohnen würde. Doch in jüngster Zeit scheint sich dies zu ändern. Die Wiederentdeckung der energetischen Wirkung des Azabache, seine Funktion als Schutz- und Heilstein, erlangt zunehmende Aufmerksamkeit.
Bereits in prähistorischer Zeit wurde Azabache verarbeitet. In der Bronzezeit wurden daraus Ornamente hergestellt. Bereits von Aristoteles und von den Schreibern der Römer wurde die besondere Wirkung des Azabache erwähnt. Naturvölker in aller Welt kannten die Wirkung des Azabache. Auch heute noch wird Azabache bei einigen indigenen Völkern Amerikas als Schutzstein verehrt.
Tomás Noval Barredo Der (vorläufig) letzte professionell arbeitende Azabache-Bergmann Asturiens war Tomás Noval Barredo. In einem Gespräch mit Asturien.net berichtet er aus seinem erfüllten Leben als "el último minero de azabache".
Tomás stammt aus einer traditionsreichen asturianischen Familie, die sich seit Generationen dem Abbau und der Verarbeitung von Azabache widmete. Tomás ist inzwischen über 80 Jahre alt und im Ruhestand. Er blickt auf eine 64-jährige Erfahrung als Azabache-Bergmann zurück. Im Jahre 1921 wurde er im asturianischen Oles (Villaviciosa) geboren, wo die weltweit reinsten Azabachevorkommen zu finden sind. In dem nahegelegenen Wald, zwischen der Ortschaft Oles und der Meeresküste, befindet sich seine Azabachemine. Die Mine führt zunächst 80 Meter in den Berg unterhalb der Ortschaft Oles. Dort beginnt ein weit verzweigtes unterirdisches Labyrinth von Gängen, in denen er Azabache auf traditionell handwerkliche Weise abbaute.
Tomás schwört auf die Wirkungen des Azabache und weiß darüber eine Vielzahl von Geschichten zu erzählen. Eine Reihe von Menschen, denen Tomás Azabachesteine geschenkt hatte, berichteten ihm von außerordentlichen glücklichen "Zufällen", die sie der Wirkung des Azabache zuschrieben. Tomás ist davon überzeugt, dass Azabache ein Glücksstein ist, der darüber hinaus eine starke Wirkung auf die Erhaltung der Sehkraft ausübt. Tomás hat dies selber erfahren. In seinem hohen Alter verfügt er über eine überaus hohe Sehkraft. Er öffnet ein altes Buch, indem er die Stelle hervorhebt, wo Aristoteles zitiert wird. Bereits Aristoteles hatte darin auf die Wirkung von Azabache bei Augenleiden hingewiesen.
Das Haus von Tomás Noval gleicht einem kleinen Azabachemuseum. In altem Zeitungspapier eingewickelt präsentiert Tomás eines seiner besonderen Sammelobjekte:ein Teil des Drainagesystems einer römischen Azabachemine, die ganz in der Nähe seiner eigenen Mine existierte.
Heilwirkungen
Als Heilstein wird Azabache (Gagat) auf vielfältige Weise angewendet. Bei Erkrankungen der Atemwege, bei Arthrose, Zahn- und Kieferschmerzen und bei Depressionen soll Azabache eine stark heilende Wirkung haben. Im Lexikon der Heilsteine, Düfte und Kräuter ist dazu folgendes zu lesen:
"Heilwirkungen auf den Körper: Der Gagat hat sehr starke Heilwirkungen auf die Atemwege. So heilt er ganz besonders Bronchialkatarrh und Bronchialasthma, welche auf Erkältungen und Infektionen der oberen Luftwege zurückzuführen sind. Er bewahrt aber auch die Gelenke und Knochen vor Abnutzungserscheinungen und Entzündungen (Arthrose). Hierunter fallen insbesondere rheumatische Erkrankungen, wie z.B. Gelenkrheuma und rheumatisches Fieber. Ganz besonders heilt Gagat Verknöcherungen und Verkalkungen der Schleimbeutel und Bindegewebe der Gelenke und beugt somit auch Hüftgelenkentzündungen und Schultersteife vor. Der Gagat hat auch sehr starke Heilwirkungen bei Zahn- und Kieferschmerzen und heilt häufig damit verbundene Kopfschmerzen.
Heilwirkungen auf die Psyche: Der Gagat ist ein Stein, welcher seinem Träger einen Neuanfang erleichtert. Menschen mit größter Trauer, deren Seele durch den Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres sehr angeschlagen ist, erhalten mit Hilfe des Gagat wieder mehr Lebensmut. Der Gagat nimmt seinem Träger Depressionen und beschützt vor Unfällen, neidischen Intrigen, falschen Freunden und vor schwarzer Magie.
Chakra: Der Gagat dringt während der Meditation auf unserer Stirn besonders tief in uns ein. Er heilt die Schmerzen der Trauer und bewahrt besonders sensible Menschen vor unüberlegten Handlungen und Selbstmord. Er vermittelt ein kräftiges Licht und bringt Wärme, welche in der Seele die Lust zu einem neuen Leben und weiteren Lebensabschnitt erweckt. Mit Hilfe des Gagat werden auch tiefste Wunden der Trauer und Mißachtung geheilt und überwunden.
Pflege: Wie die meisten schwarzen Steine hat auch der Gagat die Eigenschaften gute und böse Kräfte zu speichern. Sie sollten daher Gagat nie ohne vorherige ausreichende Reinigung unter fließendem lauwarmen Wasser verwenden. Wie viele andere schwarze Steine wird der Gagat ein ganz persönlicher Stein von Ihnen, welcher die Höhen und die Tiefen Ihrer Seele widerspiegelt und ausgleicht. Der Gagat sollte regelmäßig unter fließendem, lauwarmen Wasser entladen werden. Spüren Sie starke Veränderungen an Ihnen, welche durch den Gagat hervorgerufen werden, so sollten Sie ihn unbedingt in einer Schale mit Hämatit-Trommelsteinen über Nacht entladen. Da der Gagat Licht in pure Energie verwandelt, empfehlen wir Ihnen, den Gagat nicht an der kräftigen Sonne aufzuladen, sondern diesen über Nacht in einer Bergkristall-Gruppe zu regenerieren."
Soweit die Ausführungen in:Das Große Lexikon der Heilsteine, Düfte und Kräuter, Neu-Ulm, 8.Auflage, 2000.
Azabache gegen den "Bösen Blick" Als Schutzstein findet Azabache auch heute noch weltweit Verwendung. Insbesondere gegen "el mal de ojo", den "Bösen Blick". Dem Auge wird in mythologischen Überlieferungen seit jeher eine besondere Macht beigemessen, die als "Böser Blick" auf andere in schädlicher Weise wirken kann. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich negative Energien in den Augen manifestieren können, die dann bei Augenkontakt mit anderen Menschen entladen werden. Besonders anfällig für diese negativen Energien sind Kinder. Die Übertragung der Energien über die Augen erfolgt normalerweise unbewusst, kann jedoch auch bewusst als Waffe eingesetzt werden. In der keltischen Mythologie ist der einäugige Riese Balor im Besitz des bösen Blicks, den er in der Schlacht von Mag Tured als todbringende Waffe einsetzt.
Gegen den bösen Blick werden seit Jahrhunderten Amulette aus Azabache verwendet. Als Halskette getragen, lenken sie den Blick zunächst auf das Amulett. Die Entladung des "Bösen Blicks" erfolgt dann im Azabache. In Asturien ist die Verwendung einer aus Azabache geschnitzten Faust, die Faust der linken Hand mit dem Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger, auch heute noch weit verbreitet. Die sogenannten Higuas oder Ciguas gegen den bösen Blick gehören zu den bekanntesten Kunstobjekten, die in Asturien aus Azabache gefertigt werden.
Darüber hinaus wird Azabache als Grundmaterial für die Herstellung von Kunstgegenständen aller Art verwendet, zumeist in Verbindung mit Gold und Silber. Insbesondere in der christlichen Kunst, mit Zentrum in Santiago de Compostela, ist die Verwendung von Azabache weit verbreitet. Bereits das Ursymbol asturianischer Identität, das magische Kreuz des Don Pelayo, in der Form wie es noch heute in der Kathedrale zu Oviedo zu bewundern ist, weist reichhaltige Azabacheverzierungen auf.
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