| In der Nähe des Cabo Finisterre, dem „Ende der Welt“, auf der südlichen Seite der Ría de Camariñas, sind eine Reihe von Klöstern und Kirchen an ganz besonderen Orten zu finden. An der Punta da Barca erhebt sich über eindrucksvollen Steinplatten, die die Meeresbrandung geformt haben, die Ermita de Nuestra Señora de la Barca, eine Kirche, die von einigen Jakobspilgern als das eigentliche Endziel der Pilgerreise durch Europa angesehen wird. Die heutige Kirche ist im 18. Jahrhundert erbaut worden. Doch schon von den Kelten wurde dieser Ort als Kultort genutzt.
Bereits in vorchristlicher Zeit war der Weg durch Nordspanien bis zu dem Ort, an dem die Seelen der Toten in den Fixsternhimmel aufsteigen, Ziel von Kultwanderungen. Kultorte und einen großen Altar zur Ehren des Sonnengottes soll es nach römischen Aufzeichnungen gegeben haben.
Nuestra Señora de la Barca wurde vielleicht auf dem Hauptkultplatz am Ende der Welt errichtet. Nur zu offensichtlich ist die Faszination und die Kraft, die an diesem Ort spürbar ist. Einer Legende nach wurde die Kirche an dem heiligen Ort errichtet, an dem die Muttergottes erschienen sei. Mit einem Schiff sei sie hier angekommen, um den Apostel Jakobus bei der Christianisierung der Region zu unterstützen. In der Nähe der Kirche ist ein etwa 60 Tonnen schwerer Stein zu sehen, der „Piedra de Abalar“ genannt wird und den die Muttergottes bei ihrer Ankunft als Steg benutzt haben soll. Es handelt sich um einen Megalithen von 9 Metern Länge und 30 Zentimetern Breite.
Heute prägt ein anderer, in der Mitte gespaltener tonnenschwerer Stein, der auf einer Anhöhe nahe der Kirche errichtet wurde, das Umfeld. Er erinnert als Mahnmal an die ökologische Katastrophe nach der Havarie des Öltankers Prestige im Jahre 2003. |