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Kulturelle Wurzeln - von den Höhlenmalereien über die Kelten, Westgoten, Römer bis zu den christlichen Ursprüngen

Bereits in der Frühgeschichte der Menschheit war Nordspanien bewohnt. Archäologische Funde belegen die Existenz der Vorfahren des Homo Sapiens, zu denen die Neandertaler gehörten. In der Altsteinzeit entstanden die wundervollen Höhlenmalereien Nordspaniens. Zu den berühmtesten Höhlen mit Kunstwerken aus einer Zeit vor etwa 15.000 Jahren gehören die Höhlen Cuevas de Altamira in Kantabrien und die Höhlen Tito Bustillo in Asturien.

Noch vor der Völkerwanderung in der Jungsteinzeit war das Volk der Basken schon im östlichen Nordspanien ansässig. Ab etwa 1.000 v.Chr. wanderten keltische Stämme in den Norden der iberischen Halbinsel ein. Römische Kultur und Gesetzgebung hatten zwar in Spanien großen Einfluss, doch die Römer stießen auf erheblichen Widerstand der keltischen Völker im Norden. Erst nach zweihundertjähriger Besatzung Spaniens gelang es den Römern kurz vor der Zeitenwende auch den Norden zu unterwerfen. Die Römer waren vor allem an den Bodenschätzen interessiert und bauten die für die Ausbeutung notwendige Infrastruktur. Kultur, Glauben und Traditionen der keltischen Stämme blieben weitgehend erhalten.

Nach dem Zerfall des römischen Reiches und dem Beginn der Völkerwanderung kam es ab dem 5. Jahrhundert zur Einwanderung germanischer Stämme aus Nord- und Mitteleuropa. Die Sueven ließen sich im heutigen Galicien nieder. Die Westgoten übernahmen die Herrschaft in weiten Teilen Spaniens. Streitigkeiten zwischen westgotischen Fürsten führten zu einem Bündnis zwischen Teilen der Westgoten und den Mauren. Diese arabischen und berberischen Heere islamischer Herkunft überquerten im Jahre 711 die Meerenge von Gibraltar und eroberten in kurzer Zeit die iberische Halbinsel – mit einer Ausnahme. Große Teile des schwer zugänglichen Nordspanien blieben Rückzugsgebiet der Westgoten. Um das Jahr 722 begann die so genannte „Reconquista“, die ihren symbolischen Ausgangspunkt in den Bergen der Picos de Europa nahm, wo dem Westgotenfürsten Pelayo ein Sieg gegen die Mauren gelang.

Der Einfluss christlicher Fürsten begann von da an wieder zuzunehmen. Es dauerte noch etwa ein halbes Jahrtausend, bis sich die maurischen Heere wieder vollständig von der iberischen Halbinsel zurückzogen. Die Mauren hatten einen prägenden Einfluss auf die Identität des heutigen Spaniens. Teile Nordspaniens hatten sich weitgehend unabhängig von diesen Einflüssen entwickelt. Baskische, keltische und westgotische Traditionen blieben daher im Norden Spaniens lange erhalten und prägen, im Gegensatz zum restlichen Spanien, auch heute noch die unterschiedlichen kulturellen Besonderheiten und Eigenarten Nordspaniens.

Als zeitgleich mit der Wiederentdeckung Amerikas im Jahre 1492 die letzte maurische Bastion in Granada fiel, begann ein erbitterter Kampf gegen alle Nichtchristen und eine systematische Judenverfolgung. Hunderttausende Juden verließen Spanien. Auch nordspanische Städte waren davon betroffen, z.B. Oviedo mit einer großen jüdischen Gemeinde, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt wichtig war.

Bei einem Sprung in die Neuzeit kommt man an dem spanischen Alptraum der Franco-Diktatur nicht vorbei. Im spanischen Bürgerkrieg (1936-39) standen sich die durch das Militär unterstützten Nationalisten und die Republikaner gegenüber. Nordspanien kämpfte ganz überwiegend auf Seiten der Republikaner und hatte unter der militärischen Überlegenheit der faschistischen Allianz besonders zu leiden. 1937 erfolgte auf Befehl Hitlers und zur Unterstützung der spanischen Nationalisten ein Luftangriff auf die baskische Stadt Guernica. Die deutsche „Legion Condor“ zerstörte praktisch die gesamte Stadt. Pablo Picasso verewigte mit seinem weltbekannten Gemälde „Guernica“ diesen Angriff, der in ganz Nordspanien und insbesondere im Baskenland im Bewusstsein der Bevölkerung noch sehr präsent ist.

Die Franco-Diktatur hatte über 40 Jahre Bestand. Erst 1977 fanden die ersten demokratischen Wahlen statt. Mit dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft im Jahre 1986 begann ein wirtschaftlicher Aufschwung und die aktive Mitwirkung Spaniens an der Gestaltung Europas.


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