Die Wirtschaftsstruktur und -entwicklung in Nordspanien ist regional sehr unterschiedlich. Über 90% der Unternehmen sind mittelgroße, kleine und vor allem Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten. Gerade für diese Unternehmen wird das Potential einer zunehmenden Internationalisierung heute erstmalig bewusst. Größere Unternehmen und viele Unternehmen in Wirtschaftszentren wie Bilbao oder Weltkonzerne wie Inditex, das galicische Textilunternehmen mit einem Börsenwert von 13,8 Mrd. €, nutzen schon seit Jahren die Chancen der Globalisierung.
Führende Wirtschaftsvertreter Nordspaniens haben kürzlich folgende besonderen Herausforderungen für die Zukunft der Klein- und Mittelindustrie hervorgehoben:
1. Internationalisierung und internationale Wettbewerbsfähigkeit sind die Schlüssel für wirtschaftlichen Erfolg in der Zukunft.
2. Der Zugang zu neuen internationalen Märkten ist die einzige Möglichkeit, um nachhaltiges Wachstum zu generieren. Die bisher überwiegend lokale und regionale Orientierung muss um eine globale Perspektive erweitert werden.
3. Die wirtschaftlichen Förderinstrumente müssen auf die Unterstützung von Unternehmen bei der Internationalisierung ihrer Geschäftstätigkeit ausgerichtet werden.
4. Internationalisierung bedeutet auch, strategische Partnerschaften und Technologiekooperationen mit internationalen Partnern aufzubauen.
5. Internationalisierung zahlt sich auch für Kleinstunternehmen aus, z.B. im Tourismusbereich kann dadurch die Ausrichtung auf den lokalen und nationalen Markt überwunden werden.
6. Entscheidend ist die Veränderungsfähigkeit und der systematische Aufbau von Innovationsfähigkeit der nordspanischen Unternehmen.
7. Die Potentiale der neuen Informationstechnologien gilt es in systematischer Weise für die Internationalisierung zu nutzen.
8. Internationalisierung erfordert neue Kompetenzen und Fähigkeiten von Führungskräften und Mitarbeitenden. Dazu zählen beispielsweise interkulturelle Kompetenz, die Fähigkeit, sich in die Perspektive ausländischer Kunden hineinzuversetzen, soziale Kompetenzen und natürlich gute fremdsprachliche Kenntnisse. (Quelle: Sommerakademie La Granda, August 2005) |